Das kleine InDesign ABC für EinsteigerInnen

Das kleine InDesign ABC für EinsteigerInnen

Bei Schulungen & Workshops, die ich als Dozentin durchführe, werde ich immer wieder gefragt, was denn die allerwichtigsten Werkzeuge und Funktionen von Adobe InDesign sind.

Das Werkzeugbedienfeld z.B. ist sehr umfangreich, einige TeilnehmerInnen möchten daher ganz genau wissen, welches Werkzeug für welchen Zweck genutzt wird. Doch die meisten Werkzeuge sind gar nicht so wichtig und werden nur selten genutzt.

Viel Nützliches verbirgt sich eher in den Bedienfeldern und in den Menüs. Hier eine Übersicht – Die wesentlichen Begriffe, die praktischsten Tools, die elementarsten Funktionen:

A wie Absatzformate
Für die Textformatierung sollten Sie auf jeden Fall mit Absatzformaten arbeiten. Diese sind schnell erstellt und sie haben den Vorteil, dass wenn später eine Änderung vorgenommen werden soll, die Absatzformate rasch korrigiert werden können und somit zeitaufwendiges „händisches Formatieren“ entfällt.

Absatzformate garantieren Ihnen, dass Ihre Printprodukte schnell bearbeitet werden können und gewährleisten überall die gleichen Schriftgrößen, den „gleichen Look“.

Wenn Sie in einer bestehenden InDesign-Datei keine oder nur sehr wenige Absatzformate finden, dann gilt diese Datei unter Fachleuten als „Quick-but-dirty“-Datei und kann nicht gut (weiter)bearbeitet werden.

B wie Bedienfelder
InDesign hat die größte Menge an Bedienfeldern von allen Adobe Produkten. Daher ist es interessant sich diejenigen, die am häufigsten genutzt werden, als eigenen Arbeitsbereich zu sichern. Am besten wählen Sie dafür als Ausgangs-Arbeitsbereich Erweitert  und maximieren die Bedienfelder, indem Sie auf die horizontale Leiste oberhalb von Seiten doppelklicken. Dann entfernen Sie einige Bedienfelder, wie z.B. Effekte, Kontur, Objektformate, Verlauf & CC Libraries und fügen die Bedienfelder Informationen, Absatz, Zeichen & Textumfluss hinzu. Abschließend erstellen Sie einen Neuen Arbeitsbereich, entweder über den Arbeitsbereichauswähler oben rechts oder über das Menü Fenster > Arbeitsbereich > Neuer Arbeitsbereich.

C wie CMYK
Die Abkürzung CMYK steht für die 4 Grundfarben im Druck: Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz). Es ist dann auch vom 4-farb-Druck die Rede, alternativ werden diese 4 Farben auch als Primärfarben bezeichnet.

In der Abbildung sehen Sie wie ein Bild „ganz aus der Nähe betrachtet aussieht“, welches im Offsetdruck-Verfahren gedruckt wurde.

Die 4 Grundfarben werden nicht direkt aufeinander gedruckt, sondern versetzt zueinander in unterschiedlicher Winkelanordung. – „Die Farbmischung passiert quasi beim Betrachten!“

Dwie Dateiendung

Eine InDesign-Datei hat die Dateiendung *.indd, für InDesign-Document.

E wie Ebenen
InDesign-Dateien können mit Ebenen organisiert werden, es müssen jedoch nicht zwangsläufig mit Ebenen angelegt werden. Je nachdem wie das Layout aufgebaut ist, z.B. mit Farbflächen & Bildern im Hintergrund oder mit der Nutzung von mehreren Sprachen, macht es Sinn mit mehreren Ebenen zu arbeiten.

Der Screenshot des Ebenen-Bedienfeldes stammt von einem Dokument, das als Template (Vorlage für andere Dokumente) angelegt wurde. Hier kann je nach Bedarf z.B. eine Textbox mit Kontaktdaten sichtbar gemacht werden (Ebene contact) oder eine Textbox mit den unterschiedlichen Webadressen (Ebene webaddresses) gezeigt werden, …

F wie Farbfelder
Über das Farbfelder-Bedienfeld können Sie Text, Konturen und Rahmen am schnellsten eine Farbe, ein Farbtonfeld oder einen Verlauf zuweisen.

G wie Glyphen
Das ist der Überbegriff für alle Zeichen, die sich in einer Schrift befinden können: Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen, … Das Glyphen-Bedienfeld können Sie sich über das Menü Fenster > Schrift und Tabellen > Glyphen einblenden.

H wie Hilfe
Über das Menü Hilfe können Sie die InDesign-Hilfe online aufrufen. Alternativ können Sie sich eine PDF-Datei downloaden. Die Hilfe ist gut strukturiert und sehr umfangreich: In der derzeit verfügbaren Version umfasst Sie fasst 1000 DinA4-Seiten (PDF-Version). Die Online-Hilfe ist allerdings stets aktueller als die downloadbare PDF, so gibt es zu der aktuellen InDesign CC 2017-Version zwar schon eine deutschsprachige Online-Hilfe jedoch noch keine aktuelles PDF-Benutzerhandbuch.

I wie Informationen
Das kleine Informationen-Bedienfeld liefert Ihnen u.a. die Anzahl der Zeichen & Wörter, wenn Sie einen Text markieren. Ebenso äußerst nützlich: Klicken Sie mit dem Textwerkzeug in einen Textrahmen, ohne Text zu markieren, sehen Sie wie viel Text sich in dem Textrahmen bzw. in der Textkette (mehrere miteinander verkettete Textrahmen) befindet. Gibt es hier ein Plus zwischen den Zahlen, wie in dem Screenshot, bedeutet dies, dass sich Text im „Überlauf“ befindet. Die Zahl nach dem Plus zeigt an, wie viel Text nicht mehr in den/die Textrahmen/Textkette passt.

J wie JPEG
Fügen Sie Bilder in eine InDesign-Datei ein, handelt es sich meistens um JPEGs (Joint Photographic Experts Group). Für den professionellen Druck sollten diese Bilddateien in der Regel den Farbraum CMYK aufweisen, 300 dpi haben und mit einer sehr guten Kompressionsrate gesichert worden sein. Solche „druckfähigen“ JPEGs sind meist viel größer als JPEGs, die im Web genutzt werden. Denn diese nutzen den Farbraum RGB (Red, Green, Blue = Lichtfarben, keine Druckfarben), haben meist eine Auflösung von 72 dpi und eine mittelmäßige Kompressionsqualität.

K wie Kontur
Objekten können Sie eine Kontur, eine andersfarbige Linie, zuordnen. Text können Sie ebenso eine Kontur zuweisen, meist ist dies jedoch nicht gewollt. In diesem Falle klicken Sie im Farbfelderbedienfeld oben links auf den winzigen Doppelpfeil bei den Icons (Text-)Fläche & (Text-)Kontur, um Flächen- & Konturfarbe zu tauschen. Oder Sie klicken gezielt auf das Icon (Text-)Kontur und wählen dann als Farbe [ohne] aus; die Kontur enthält dann keine Farbe und ist so auch nicht vorhanden.

L wie Layout
InDesign ist ein Layout-Programm. Ein Layout vereint Bilder, Logos, Text & Farben miteinander. Sie gestalten mit InDesign, indem Sie die verschiedenen Elemente bzw. Textbausteine miteinander verbinden und/oder in Bezug setzen.

Die Texte werden meist mit Microsoft Word geschrieben und dann in InDesign platziert (eingefügt). Auch Tabellen werden nicht in InDesign nochmals „nachgebaut“, sondern können einfach aus einer Word- oder Excel-Datei eingefügt werden. – Bilder, Grafiken und Logos werden ebenso in InDesign über den Platzieren-Befehl eingefügt. Hierbei wird das Bild/Logo jedoch nicht in die Datei komplett eingebettet, sondern lediglich verknüpft. Die Originale selbst verbleiben in Ihren ursprünglichen Verzeichnissen.

Achtung: Mit InDesign optimieren Sie keine Bilder, dafür wird Adobe Photoshop verwendet. Logos werden nicht in InDesign erstellt/bearbeitet, sondern mit Adobe Illustrator.

M wie Musterseiten
Zu Beginn hat ein InDesign-Dokument lediglich eine Musterseite (= Mustervorlage), die sich in Seitenbedienfeld oben befindet. Unterhalb der Musterseiten sehen Sie die Dokumentseiten, in denen sich der eigentliche Inhalt befindet.

Je umfangreicher und abwechslungsreicher ein Projekt ist, desto mehr voneinander abweichende Musterseiten werden angelegt. So können unterschiedliche Seitentypen „vorkonfiguriert“ werden. Links sehen Sie den Screenshot eines Seitenbedienfeldes einer 36-seitigen Broschüre.

N wie Neues Dokument
Über das Menü Datei > Neu > Dokument … beginnen Sie ein neues Projekt. Hier legen Sie das Seitenformat, die Anzahl der (Text-)Spalten, den Spaltenabstand und die (Seiten-)Ränder fest. InDesign berechnet Ihnen automatisch die Breite der Spalten. Je nachdem, ob Sie doppel- oder einseitiges Dokument erstellen möchten, aktivieren bzw. deaktivieren sie die Checkbox Doppelseite, oben rechts. – Zeitschriften & mehrseitige Werbebroschüren z.B. bestehen aus Doppelseiten, Präsentationen bestehen aus mehreren Einzelseiten.

Wichtig: Die meisten Druckereien wollen eine sogenannte Beschnittzugabe haben. Daher erweitern Sie bitte unten das Neues Dokument-Fenster, indem Sie auf den kleinen Pfeil links neben Anschnitt und Infobereich klicken und tragen bei Anschnitt überall den Wert 3 mm ein.

O wie Objekt
Farbflächen, Bildrahmen und Textrahmen sind Objekte. Diese „Rahmen samt Inhalt“ werden mit dem Auswahlwerkzeug (schwarzer Pfeil ganz oben im Werkzeugbedienfeld) aktiviert und z.B. verschoben.

Objekte, die bis an den Seitenrand gehen, müssen „darüber hinaus gehen“, also den sogenannten Anschnitt (Beschnittzugabe) nutzen und sollten daher 3 mm mehr Breite und/oder Höhe aufweisen.

In der Abbildung links oben sehen Sie daher, dass das Bild seinen Nullpunkt nicht bei X: 0 mm und Y: 0 mm hat, sondern in den entsprechenden Feldern, der Wert – 3 mm beträgt.

P wie PDF-Vorgaben
Sie können PDF-Dateien für das Web, Intranet, den Versand per E-Mail oder für den professionellen Druck erstellen. Standardmäßig stehen Ihnen über das Menü Datei > Adobe PDF-Vorgaben zu Beginn bereits 6 voreingestellte Möglichkeiten zur Verfügung. Es ist allerdings sinnvoll sich eigene PDF-Vorgaben zu erstellen.

Q wie QuarkXPress
Das (ehemalige) Konkurrenzprodukt zu Adobe InDesign heißt QuarkXPress, manchmal wird es auch nur als XPress oder Quark bezeichnet. Zu Beginn, als InDesign von Adobe als Layoutsoftware „auf den Markt kam“, war QuarkXPress viel teurer und hatte einige der Funktionen nicht, die von den bis dato „Quark-Usern“ benötigt wurden… Nur noch sehr wenige Agenturen, Verlage & Mediengestalter nutzen inzwischen diese Layoutsoftware.

R wie Rechteckrahmen
Sie nutzen Rechteckrahmen um Farbflächen anzulegen oder um später Bilder zu platzieren. Bitte verwechseln Sie das Rechteckrahmen-Werkzeug nicht mit dem Rechteck-Werkzeug. Der Unterschied: Rahmen, die Sie mit dem Rechteckrahmen-Wz. Erstellen, haben zu Beginn weder eine farbige oder schwarze Kontur, noch haben sie eine farbige Fläche. Sie können nachträglich eine Kontur und/oder eine Flächenfarbe zuweise. Rahmen, die Sie mit dem Rechteck-Wz. erstellen haben normalerweise eine 1 pt starke schwarze Kontur und keine Fläche (Standard-Kontur & Fläche).

S wie Spalten
Eine Publikation kann unterschiedliche Seitenlayouts haben, so kann es Seiten mit 2 Spalten und andere mit 3 Spalten geben. Die Anzahl der Spalten legen Sie zu Beginn fest, wenn Sie ein neues Projekt beginnen, oder Sie erstellen eine neue Musterseite und ändern deren Spaltenanzahl über das Menü Layout > Ränder und Spalten…

T wie Textrahmen
Mit dem Text-Werkzeug können Sie Textrahmen erstellen. Möchten Sie einen Textrahmen nachträglich vergrößern, verwenden Sie hingegen das Auswahlwerkzeug. Das Auswahlwerkzeug können Sie über das Werkzeugebedienfeld oder per Kürzel aufrufen, siehe Screenshoot links. Um den Textrahmen z.B. breiter zu machen, klicken Sie idealerweise in das mittlere Quadrat unten oder rechts und ziehen so den Rahmen größer.

Achtung: Klicken Sie hingegen auf das Quadrat, das sich rechts unten, oberhalb des „Eckquadrat“ befindet, dann möchte Ihnen InDesign bei der Verkettung und Neuerstellung von Textrahmen behilflich sein, … Etwas, was TeilnehmerInnen, die sich noch nicht mit InDesign auskennen, absolut verzweifeln lässt. Sollte Ihnen das aus Versehen passieren, löschen Sie einfach den neu erstellten (überflüssigen) Textrahmen.

U wie Updates
Sie können als Adobe Creative Cloud User stets die neueste Softwareversion installieren. Allerdings wird in vielen Firmen InDesign 1x installiert und dann nicht mehr aktualisiert. Das hat meist zwei Gründe: 1. Ihre IT-Abteilung weiß zwar, dass es immer wieder ein Upgrade gibt, aber hopsala, warum sollen die Jungs/Mädels Ihnen das sagen, wenn Sie doch mit der Version, die auf Ihrem Rechner installiert ist, zufrieden sind? 2. Ihre IT-Abteilung hat so viele andere Dinge „auf dem Radar“. Es interessiert sie einfach nicht, ob es ein Upgrade gibt oder nicht… Derzeit aktuell ist InDesign CC 2017.1. Welche Version Sie gerade nutzen? Klicken Sie auf Menü Hilfe > Über InDesign … und schauen Sie selbst!

V wie Verknüpfungen
Bilder & Logos werden über Menü Datei > Platzieren … oder per Kürzel Befehlstaste + D  in das Layout eingefügt. Was Sie sehen ist lediglich eine Voransicht davon; die Originale bleiben in ihren ursprünglichen Ordnern.

Sämtliche verknüpfte Elemente erscheinen in dem Verknüpfungen-Bedienfeld. Hier sehen Sie hinter dem Dateinamen auf welcher Seite sich das verknüpfte Element befindet. Steht hier ein Buchstabe wie z.B. A, dann befindet sich das Element auf der Musterseite A. Steht hinter dem verknüpften Element die Abkürzung MF, bedeutet dies, dass sich das Element auf der sogenannten Montagefläche befindet. Die Montagefläche befindet sich neben den Seiten, dort können Sie vorübergehend Textrahmen und/oder andere Elemente ablegen, die Sie später wieder nutzen möchten.

Klicken Sie in dem Verknüpfungen-Bedienfeld auf eines der verknüpften Inhalte, erscheinen unten im Bereich Verknüpfungsinformationen weitere Informationen, wie z.B. der eigentliche Speicherort.

W wie Werkzeugbedienfeld
Ja, hier gibt es sehr viele Werkzeuge; einige davon werden Ihnen erst gezeigt, wenn Sie auf eines der winzigen Rechtecke klicken (nicht loslassen!) und einen Moment warten. Lassen Sie sich von den vielen Werkzeugen nicht allzu sehr beeindrucken. Wirklich oft brauchen Sie nur das Auswahl-, das Text- und das Rechteckrahmen-Werkzeug. Das Zoomwerkzeug (die kleine Lupe) wird zwar sehr oft benötigt, fortgeschrittene InDesign-Anwender & Profis rufen sich dieses Tool per Kürzel stets temporär auf. Halten Sie hierfür die Befehlstaste + Leertaste gedrückt, und ziehen Sie dann mit der Maus einen Rahmen „um die Stelle Ihrer Begierde“ auf. Dann sehen Sie genau diese Stelle auf Ihrem Bildschirm fokussiert. Um wieder die ganze Seite zu sehen, nutzen Sie das Kürzel Befehlstaste + 0.

X & Y wie x- & y-Position
Im Steuerung-Bedienfeld ganz links finden Sie die x- & y-Position eines Objektes, dass Sie mit dem Auswahlwerkzeug aktiviert haben. Das Steuerungs-Bedienfeld ist kontextsensitiv. Dies bedeutet, es passt sich den Gegebenheiten an. So sehen Sie die Angaben zu der Position eines Objektes auch nur, wenn ein Objekt aktiv bzw. ausgewählt ist. In den Eingabefeldern können Sie die Position des Objektes auf Wunsch numerisch ändern. Sie können hier auch einfache Rechenoperationen durchführen und so z.B. mit +1 das Objekt um einen mm nach oben/unten verschieben.

Z wie Zeichenformate
Das Zeichenformate-Bedienfeld sollten Sie stets „in Blick haben“, Zeichenformate lassen sich schnell erstellen. Das Arbeiten mit Zeichenformaten ist enorm effizient, in Kombination mit den Absatzformaten sind das „meine Lieblinge“, mit denen Sie am meisten Zeit & Nerven sparen.

Mit Zeichenformaten heben Sie einen Buchstaben, ein Wort oder mehrere Worte/Sätze innerhalb eines Absatzes hervor. Der große Vorteil: Soll im Nachhinein z.B. die Schriftfarbe der Hervorhebung von Rot auf 70% Schwarz geändert werden, dann führen Sie die Änderung in gesamten Projekt in 2 Minuten durch … Da müssen Sie nicht „per Hand“ all die Stellen wiederfinden, denen Sie zuvor ohne Zeichenformat zeitaufwendig ein anderes Aussehen verpasst haben.

Hallo, seit 16 Jahren bin ich freiberuflich als Dipl.-Designerin (FH), Creative Direktorin und multimedia­dozentin (Softwaretrainerin) tätig. Ich helfe Ihnen gerne dabei, sich Wissen zu professioneller Grafikdesign-Software anzueignen. – Damit Sie Ihre Projekte souverän selbstständig umsetzen können. Ebenso stehe ich Ihnen bei der Entwicklung & Optimierung Ihrer Werbemaßnahmen zur Verfügung. Fragen Sie einfach an – Ihre, Rosita Fraguela